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Geldpolitik – Trotz Corona-Krise: Schweizerische Nationalbank lässt Leitzins unverändert

Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins auf dem seit mehr fünf Jahren geltenden Rekordtief von minus 0,75 Prozent. Das gab die SNB am Donnerstag nach ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung bekannt.

Das dreiköpfige SNB-Direktorium um Notenbankchef Thomas Jordan setzt neben den Negativzinsen auf Eingriffe am Devisenmarkt, um einer starken Aufwertung des Franken entgegenzusteuern. Auf diese Interventionen will die SNB verstärkt setzen.

Der Franken gilt unter Investoren als sicherer Hafen und gewinnt in unsicheren Zeiten stets an Wert – was Schweizer Waren im Ausland verteuert und somit der exportorientierten Wirtschaft schadet.

Die SNB hat sich zuletzt bereits verstärkt mit Devisenmarktinterventionen gegen den stärker werdenden Franken gestemmt. Darauf deuten die Sichtguthaben hin. Sie stiegen letzte Woche um 4,5 Milliarden auf 603,0 Milliarden Franken. Dies war der stärkste Anstieg seit März 2017. Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

“Die SNB sitzt in der Klemme”

“Die SNB sitzt in der Klemme mit bereits extrem negativen Zinssätzen in der Schweiz”, sagte Gero Jung, Chefökonom der Privatbank Mirabaud, im Vorfeld des Zinsentscheides am Donnerstag. “Wenn sie jetzt schiessen, haben sie keine Munition mehr für die Zukunft.”

Der Zins-Entscheid der SNB am Donnerstag kommt denn auch nicht unerwartet. Denn anders als andere Zentralbanken senkte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren bereits sehr niedrigen Leitzins letzte Woche nicht weiter ab. Der Einlagensatz für Banken liegt bei minus 0,5 Prozent. Ein Minuszeichen bedeutet, dass Geldhäuser Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken.

Die EZB stemmt sich aber mit neuen umfassenden Anleihenkäufen gegen die immer grösseren wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie. Das Notfallprogramm habe einen Umfang von 750 Milliarden Euro und solle bis Ende 2020 laufen, teilte die Euro-Notenbank am späten Mittwochabend in Frankfurt mit.

Die US-Notenbank Federal Reserve hatte im Kampf gegen die Folgen der Pandemie bereits in zwei als panikartig empfundenen Schritten ihren Leitzins auf die Spanne von null bis 0,25 Prozent gekappt. Am Dienstag kündigten sie zudem weitere Krisenmassnahmen an.

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Von Daniel Hügli
He is chief editor of cash.ch
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