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Bewiesen: Die SNB verkaufte Gold, welches bei der Fed gelagert war

Endlich kommt der Beweis für meine Vermutung!

Die SNB hat heute – parallel zur Propaganda des Bundesrats – ein Dokument “Goldinitiative – häufig gestellte Fragen” (PDF) ins Netz gestellt und dabei sogar interessante Fakten preisgegeben. Konkret geht es um die Frage: Welches Gold wurde damals zwischen 2000 und 2008 genau verkauft – wo war dieses gelagert?

Heute steht fest, dass zumindest ein Teil davon bei der US Fed (einer Privatbank mit offiziellem Anstrich) gelagert war. Auf Seite 6 gibt die SNB zu:

Seit wann lagert die SNB kein Gold mehr in den USA? Wurde das Gold im Zusammenhang mit Verkäufen abgebaut oder wurde Gold zurückgeholt?
Die 30% des Goldbestandes der SNB, die im Ausland gelagert sind, sind auf zwei Länder verteilt: 20% der Goldreserven werden bei der Zentralbank in England gelagert, 10% bei der Zentralbank von Kanada. Die SNB hat seit über zehn Jahren Gold ausschliesslich in diesen zwei Ländern gehalten. Die früher bei der Fed in den USA gelagerten Bestände wurden anlässlich der Goldverkäufe abgebaut.

BINGO!

Die Frage ist demnach: Wieso wurde ausgerechnet jenes Gold verkauft, welches bei der US Fed gelagert war? Nun, das lässt sich einfach erklären.

Die Geschichte könnte so gelaufen sein:

  1. Unser Gold lag nicht bei den Amerikanern (z.B. Fort Knox), sondern bei der US Federal Reserve (vermutlich in New York) – ein wichtiger Unterschied! Ein weiterer Teil lag aber auch in der Schweiz (jenes Gold, welches nach 2003 verkauft wurde).
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  2. Vermutlich hat die Fed auch das Schweizer Gold in den Neuzigerjahren genutzt (sprich: verkauft), um den Goldpreis tief zu halten. Total dürften etwa 2’000 Tonnen von der Fed verkauft worden sein (siehe “Washington Agreement“).
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  3. Irgendwann war ebbe und die Bilanz unausgeglichen. Die Fed war “short” an Gold. Um den Vorgang aber nicht der Öffentlichkeit bekannt geben zu müssen, mussten die Zentralbanken davon überzeugt werden, ihr Gold zu “verkaufen”. Die Fed würde das Gold dann mit frisch gedrucktem Geld über die BIZ kaufen.
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  4. Ob die “Nachführung” (=Totalüberholung) der Schweizer Verfassung eigens dazu eingeleitet wurde, um die Goldbindung klammheimlich im Dickicht der verschiedenen Artikel zu lösen, stelle ich hier einfach mal in den Raum. Interessant ist aber die Wortwahl von Herrn Hildebrand: “Two further legislative steps were required for actual gold sales to begin. First, the Swiss people had to ratify the reform of the constitution. […]” Hey, was für ein Zufall! Die Schweizer überarbeiten gerade ihre Verfassung – da lässt sich das sicher ganz einfach einbauen…
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  5. Nun braucht es noch etwas mediale Unterstützung: “Nazi-Gold” und vermisste Holocaust-Gelder dienten dazu. Die Verfassung wurde durchgewunken (weil “modern” und “zeitgemäss” und inhaltlich nur eine “Nachführung”…). Die Fed konnte zufrieden sein.
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  6. Dann wurde “verkauft”. Bezüglich Menge können wir folgendes abschätzen: Gemäss Hildebrand: “the SNB was allowed to sell 120 tonnes of gold between October 1999 and September 2000, 200 tonnes for the next 12 months, 283 tonnes between October 2001 and September 2002, 283 tonnes again between October 2002 and September 2003, 284 tonnes between October 2003 and September 2004 and 130 tonnes after September 2004.” Das macht bis September 2004 (“seit über zehn Jahren“) maximal 1’170 Tonnen, welche womöglich in den USA lagerten. Dass diese Zahl stimmen kann, zeigt eine weitere Aussage im aktuellen Dokument: “Die früheren Goldverkäufe erfolgten zu einem grossen Teil zu Lasten der Auslandbestände.
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    Kommt uns diese Menge bekannt vor? JA! Denn Hildebrand gibt weiter zu: “Of the 1,300 tonnes of gold which the Swiss National Bank intended to sell, 1170 tonnes were included in the 2000-tonne total sales quota of the Washington Agreement.” und weiter: “Under this agreement, the SNB’s realized sales of 1170 tonnes which represented the bulk of the total sales of 2000 tonnes for all participating central banks.“Also hat die US Fed bis dann etwa 2’000 Tonnen Gold verkauft, welches sie nun von den Zentralbanken wiederbeschaffen musste. Dazu diente das “Washington Agreement“.
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  7. Nun müsste man doch aber annehmen, dass sich solche Goldverkäufe negativ auf den Preis auswirken würden. Doch nach 2000 stieg der Goldpreis plötzlich wieder. Na klar! Das Gold wurde ja schon vorher von der Fed verkauft. Nun musste nur noch die Bilanz mit den Staaten ausgeglichen werden! Also auch kein Druck mehr auf den Goldpreis!
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  8. BINGO!

Die SNB hat damit der FED bei der Manipulation des Goldpreises mitgeholfen – egal ob wissentlich oder nicht (vermutlich damals noch nicht).

Noch etwas zum Schluss:

“Als Lagerort für Goldreserven der Nationalbank kommen daher nur Staaten in Betracht, die über einen relativ hohen relativ Standard in Bezug auf den Immunitätsschutz der Anlagen von ausländischen Zentralbanken verfügen.” – Quelle: SNB

Nicht besonders schmeichelhaft für die USA, oder?

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Markus M. Müller
Markus M. Müller (genannt “MMM”): wohnhaft im Aargau, ab 1974 aufgewachsen im Fricktal, beeinflusst von der Inner- und Ostschweiz, studierte IT-, Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen (HSG) ist selbständiger Informationsmanager und Unternehmer. Er leistet Dienst als Generalstabsoffizier in der Schweizer Milizarmee. Er bezeichnet sich als “konservativen, libertären Bürger” und ist in verschiedenen sicherheitspolitischn Vereinen aktiv. Interessen: Geo- und Sicherheitspolitik, Währungsfragen, Gold/Silber, C4ISR, Medienpolitik.
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